Geschichtliches

1310
Hof von „Burgoldis grune“ erwähnt.
Das Dorf Burkhardtsgrün gehört zu den ältesten Siedlungen im Schwarzenberger Gebiet. Über die genaue Jahreszahl seiner Gründung kann keine genaue Aussage getroffen werden.

1319
finden wir in einer alten Urkunde der Stadt Gera, dass im Jahre 1319 die beiden Vögte Heinrich der Ältere und Heinrich der Jüngere von Weida am 11. September einen Verkauf über einen gewissen „Burgold von Swarzinberc“ abschließen.

1395
wird in einer Urkunde zum ersten Mal die Siedlung „Burgoldis grune“ erwähnt. Aus dieser Siedlung entstand das heutige Burkhardtsgrün. Wahrscheinlich gehörte sie zur Herrschaft Schwarzenberg.

1464
schreibt man den Namen „Burgelsgrün“

1495
wird eine Belehnung der Herren von Tettau mit der Herrschaft Schwarzenberg beurkundet. Das Schriftstück wurde von Kurfürst Friedrich und Herzog Johann unterzeichnet.

1517
erscheint dann „Burkesgrüne“. Aus 1517 ist ein Kaufvertrag vorhanden, in dem Georg Wilhelm von Tettau das alte Lehensbesitztum Burkhardtsgrün wahrscheinlich an einen Asmann Schärer verkauft.

1543
endlich die Bezeichnung „Burkhardtsgrün“.
Es liegt die Vermutung nahe, dass die ersten Ansiedler unser Dorf nach „Burgold von Swarzinberc“ benannten.

1520 – 1550
wurde eine Glashütte betrieben.

1574
kauft August von Sachsen für 8050 Gulden das Burkhardtsgrüner Gut von sieben Zschorlauer Bauern, alle mit dem Namen Gläser, um eine Stuterei anzulegen. Ein gewisser Rothmann richtet diese Stuterei ein.

1613
ordnete Kurfürst Johann Georg eine Inventaraufnahme sämtlicher Jagdgebäude im Amt Schwarzenberg an; hier wird auch Burkhardtsgrün aufgeführt.

1632
ab dieser Zeit wurde aktiver Bergbau um Burkhardtsgrün betrieben.

1775
endet die Steuerfreiheit für das Gut, es wurde neu eingeschätzt. Im gleichen Jahre gelangt das Freigut in die Hände eines Petzold, welcher Großvater von Christian Heinrich Leonhardt war. Deren Nachfahren besitzen heute noch das Gut.
Um 1800 wurden die Zinsabgaben so hoch, dass die Gutsbewohner sich entschlossen, das Gut „Pachthaus“ zu benennen. Hieraus könnte der Name „Pachhaus“ entstanden sein.

1810
hat Burkhardtsgrün 175 Einwohner und hatte über 20 Häuser.

1820
Ende der Zinn-Seifnerei

1822
wurde in Burkhardtsgrün die erste Schule gebaut. In dem Gebäude wurde 20 Jahre lang unterrichtet.

1822
Ist Carl Eduard Mannsfeld in Burkhardtsgrün geboren, Advokat in Schwarzenberg und Abgeordneter des 20. Städtischen Wahlkreises in der 2. Kammer des Sächsischen Landtages.

1842
errichtete man, finanziell durch eine Staatsbeihilfe unterstützt, ein neues Schulhaus.

1840 – 1841
wurde die heutige Hauptstraße gebaut. Die Straße wurde von Überland-Fuhrleuten und Hausierern, die man „Rußbuttermänner“, „Kastenmänner“, „Wurzelmänner“ und „Bürstenmänner“ nannte, genutzt. Diese ruhten sich gerne auf den Ruhebänken an der Straße aus.

1858
wurde der Friedhof durch Herrn Sup. Dr. Francke feierlich seiner Bestimmung übergeben. Der Besitzer des Freigutes läutete bei jedem Begräbnis die Glocke im Türmlein des Freigutes. Auf der Spitze des Türmchens, welches bis zum 1. Weltkrieg ein Wahrzeichen des Dorfes war, zeigte eine Windfahne die Windrichtung an. Sie trug die Inschrift GGG 1742.

1859
brannte das Schulhaus.

1863
brannte das Besitztum des Tierarztes Götz und ein weiter davon entfernt liegendes Haus ab.

1865
fiel der Gasthof den Flammen zum Opfer,

1866
am Heiligabend wurden die Burkhardtsgrüner von ihren Christbäumen weggerissen, denn das Haus des Gemeindevorstandes Leonhardt stand in Flammen.

1866
in der Zeit des Preußisch-Österreichischen Krieges sind lange Kolonnen von preußischen Soldaten durch Burkhardtsgrün gezogen, als sie aus Österreich zurückkamen.

1867
Mitten im Sommer gerieten Scheune und Stallungen des Freigutes in Brand.

1870
durchfuhr König Johann von Sachsen an einem kalten Oktobertag unseren Ort. Die Kutsche hielt vor dem Gasthof und die Schulkinder sangen ihm „Den König segne Gott“.

1870 – 1871
haben 7 Männer aus Burkhartsgrün am Krieg teilgenommen, 2 Brüder haben dabei ihr Leben verloren.

1880
In den 1880 Jahren wurde das Haus Nr. 4 eingeäschert – ein Blitz hatte das Feuer verursacht. Von der Dunkelheit, die das schwere Gewitter begleitete und die Heumacher von den Feldern verjagte, wurde noch lange im Dorf gesprochen.

1885
In den Julitagen schlug der Blitz in das Haus Nummer 2 ein und traf dabei die Bergarbeiter Frau Albine Fiedler, die ihre 20 Wochen alten Sohn stillte. Die Mutter wurde getötet, aber das Kind Ernst Fiedler überlebte.

1894
gab es eine große Sensation, es rollte ein Automobil die Dorfstraße entlang. Eine Frau schlug die Hände über den Kopf und rief „De Kinner ham die Kutsch aufgedreht, un itze fährt se den Barg nunter!“ Es wurde noch lange darüber gesprochen.

1906
eröffnet ein Bäcker eine Backstube mit Verkaufsladen.

1911
wurde der erste Sportverein „Vorwärts“ vom Arbeiterradfahrerbund durch Max Schneider gegründet, dieser wurde 1933 verboten und aufgelöst. Von 1934 – 1942 wurde auf einem kleinen Platz am Spitzleithenweg Turnen für Kinder angeboten.

1912
wurde die elektrische Leitung gelegt.

1914 – 1918
verloren im 1. Weltkrieg 16 Männer aus Burkhardtsgrün ihr Leben.

1921
wurde der erste Männergesangverein „Waldeslust“ gegründet.

1922
erhielt Burkhardtsgrün – Prof. Heinrich Braun aus Zwickau – seinen ersten Telefonanschluss. Er war Wohltäter unseres Ortes.

1923
kaufte ein Burkhardtsgrüner das erste Motorrad im Ort.

1928
schaffte sich ein hiesiger Einwohner ein Rundfunkgerät an.

1929
begann die Kraft-Verkehrs-Gesellschaft (KVG) ihren Fahrbetrieb zwischen Aue, Burkhardtsgrün und Eibenstock.

1923
plante die Ev.-meth. Kirche, die seit der Jahrhundertwende Bestandteil kirchlichen Lebens in Burkhardtsgrün war, den Bau einer kleinen Kapelle.

1925
am 9. August wurde die „Friedenskapelle“ an der Albernauer Straße als erstes Gotteshaus in Burkhardtsgrün eingeweiht.

1950
wurde die Kapelle mit einem Glockenturm mit Glocke versehen.
Der 2. Weltkrieg änderte vieles – es brach eine Zeit an, in der viele hungerten.

1946
erfolgte die Bodenreform.

1950
wurde die Freiwillige Feuerwehr Burkhardtsgrün von 15 Mitgliedern gegründet.

1962
wurde das Gerätehaus gebaut und 1994 ein den Vorschriften entsprechendes Feuerwehrdepot

1951
gründeten 15 Sportfreunde die „Sportgemeinschaft Burkhardtsgrün“; man beschloss, einen Sportplatz am Wirtsweg zu bauen. Ab 1952 fanden die Spiele hier statt.

1957/1958
wurde das Sportlerheim gebaut und die Sportstätte als Komplex „Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte“ eingeweiht.

1951/1952
wurde der Bau einer Kirchenbaracke geplant. Die gespendete Holzkirche von der Ev.-Luth. Kirche in Finnland traf im März 1953 per Güterzug in Blauenthal ein. Doch die Bauteile entzündeten sich durch Funkenflug der Lokomotive und wurden unbrauchbar. Bei einer Privataudienz beim damaligen stellv. Ministerpräsidenten Dr. Otto Nuschke erwirkten Mitglieder des Kirchenvorstandes die Bereitstellung des Bauholzes. Am 17. Juni 1954 begann der Bau und schon im Oktober 1954 fand die Einweihung statt.

1952
wurde die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet.
Viele Jahre versuchte man, auf den kargen Böden höchstmögliche Erträge zu erzielen, doch diese blieben aus. Man setzte auf Vieh- und Milchwirtschaft. Es wurden nur wenige Flächen mit Kartoffeln und Erdbeeren bestellt.

1973
liefen die Planungen, die Quelle am Steinberg oder den Försterteich zu nutzen. Das Wasser des Försterteiches wurde für „gut und ausreichend“ befunden.

1974
begannen die Erschließungsarbeiten.

1975
wurde am Fuße des Steinberges der Trinkwasserhochbehälter errichtet. Bis Ende 1975 waren alle Wasserleitungen verlegt und 157 Haushalte an das Versorgungsnetz angeschlossen. Diese haben viele Burkhardtsgrüner in ihrer Freizeit geschaffen. (In der Festschrift zur 600-Jahr-Feier ist dies näher beschrieben.).

1991
am 9. November erfolgte die Gründung eines gemeinnützigen Vereines mit dem Namen Herr-Berge.
Hieraus entstand ein Altenpflegeheim mit Kurzzeitpflege und eine sozialtherapeutische Wohnstätte.

1994
Errichtung des Hotels „Am alten Zollhaus“.

1996
Gründung des Heimatvereines.
Eingemeindung von Burkhardtsgrün nach Zschorlau.

Quellen:
Lehrer W. Heinz und Festschrift 600 Jahre Burkhardtsgrün
Gerd Habenicht und Siegfried Reißmann im Januar 2017