Riesiges Drahtknäul am Waldwegesrand

Dem einen oder anderen Waldbesucher sind bestimmt schon die großen Drahtzaun-Berge aufgefallen. Es handelt sich dabei um zurück gebauten Forstzaun, welcher als Schutz für junge Bäume diente. Der Forstbezirk Eibenstock pflanzt jährlich mehrere Hunderttausend junge Bäume,

damit für die Zukunft ein klimastabiler Mischwald entsteht. Für Wildtiere sind die jungen Triebe der Forstpflanzen eine Delikatesse, deshalb mussten die Bäumchen in den früheren Jahren geschützt werden. Eine eingezäunte Fläche bedeutet aber, dass nicht nur unsere Forstpflanzen für die Wildtiere unerreichbar sind, sondern auch die Begleitvegetation wie Brombeeren oder Heidelbeeren. Diese sind aber wichtig für die Ernährung im Winterhalbjahr. Deshalb müssen die Zäune wenn die Bäume groß genug sind auch wieder abgebaut werden. Derzeit werden überall im Forstbezirk die Zäune entfernt in denen die Forstpflanzen groß genug sind, dass Rehe und Hirsche nicht mehr an die obersten Knospen kommen. Diese Arbeit erledigen die Forstmaschinen nebenbei, mit dem Greifarm ist es ein Leichtes die Zaunprofile aus dem Boden zu ziehen und samt Drahtzaun an die Abfuhrwege zu transportieren. Hier wird das Material entweder frei oder in Containern gesammelt bis es zum Wertstoffhof abtransportiert wird.
Neue Zäune werden im Forstbezirk Eibenstock nicht mehr gebaut, denn sie sind einerseits sehr teuer und andererseits ist es sehr schwer, diese wirklich so dicht zu halten, dass keine Wildtiere reinkommen. Vor allem wenn bei Stürmen immer wieder die Fichten aus den instabilen Monokulturen darauf fallen. Viel wichtiger für eine artenreiche Waldentwicklung ist es, die Wildbestände auf ein natürliches Maß anzupassen, damit nicht nur die gepflanzten Bäume sicher groß werden, sondern alle Baum- und Straucharten sich auf der gesamten Fläche natürlich verjüngen können. Diese Zielstellung wird im gesamten Forstbezirk Eibenstock konsequent umgesetzt. Auch das Wild profitiert davon, da es hervorragende Äsungs- und Deckungsbedingungen vorfindet. Metallzäune stellen auch ein hohes Risiko für viele Vögel dar, da sie sich daran verletzen können. Für ein ästhetisches Waldbild ohne zerschneidende Stahldrähte wird auch gleich noch gesorgt, wenn man bedenkt, dass in diesem Jahr alleine im Staatwaldrevier Carlsfeld fast 3.000 Meter Zaun zurück gebaut worden sind!