Einigung im Birkhuhn-Schutz Westerzgebirge

Die örtliche Arbeitsgruppe zum Schutz des Birkhuhnes im Westerzgebirge überarbeitet das Maßnahmenpaket für das Jahr 2020. Dabei ist klar: Schutz von Birkhuhn und Erhalt von Wald müssen Hand in Hand gehen. Seit dem letzten Jahr gilt das „Artenschutzprogramm Birkhuhn für den Freistaat Sachsen“.

In örtlichen Arbeitsgruppen werden in den lokalen Gebieten Jahr für Jahr Maßnahmen zum Schutz des Birkhuhns geplant und vom jeweiligen Forstbezirk des Staatsbetriebes Sachsenforstes umgesetzt. In den letzten Wochen führte insbesondere das Ausmaß der Maßnahmen zu Konflikten innerhalb und außerhalb der örtlichen Arbeitsgruppe „Westerzgebirge“, deren Vorsitz Herr Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirkes Eibenstock innehat. Aus diesem Grund lud Herr Staatsminister Wolfram Günther im Juli alle Beteiligten zum Schlichtungstreffen vor Ort. Um den dort gefundenen Kompromiss umzusetzen traf sich nun im August die örtliche Arbeitsgruppe am Kammweg. In diesem Rahmen wurde außerdem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Landesverband Sachsen e.V. in Person von Herrn Henrik Lindner als neues Mitglied der örtlichen Arbeitsgruppe begrüßt. Der mit Herrn Staatsminister Wolfram Günther gefundene Kompromiss bedingte eine Anpassung der bereits im Frühjahr geplanten Maßnahmen. Konkret konzentrieren sich die Maßnahmen nun auf die bestehenden Flächen. Diese Balzplätze werden mosaikartig mit Hilfe gehölzfreier Inseln erweitert. Diese kleinen Bereiche sollen den Birkhennen zur Aufzucht der Küken bei gleichzeitigem Schutz vor Fraßfeinden dienen. Damit wird die Qualität der bestehenden Flächen für das Birkhuhn gesichert bzw. verbessert. Dazu dient auch die Anpflanzung von anderen Baum- und Straucharten an den Flächenrändern. Flächige Entfernung des Baumbestandes findet nicht statt. Auch für das Jahr 2021 wurde in diesem Rahmen bereits Maßnahmenvorschläge aufgenommen. Eine konkrete Detailplanung erfolgt im nächsten Frühjahr, im Anschluss an die Umsetzung der diesjährigen Maßnahmen. Langfristig wird die Revitalisierung der Moore im Erzgebirge weitere natürliche Lebensräume für das Birkhuhn bieten. In diesem Jahr beginnen die Maßnahmen zur Wiedervernässung des Großen Eisenstraßenmoores bei Johanngeorgenstadt. Auf großer Fläche kann dort dann die natürliche Moorentwicklung wieder einsetzen und gleichzeitig Lebensraum für das Birkhuhn entstehen. Grundsätzlich stellte die örtliche Arbeitsgruppe fest, dass für einen Erfolg des Artenschutzprogrammes im Westerzgebirge eine Intensivierung und Professionalisierung der Jagd auf die Fressfeinde des Birkhuhns unerlässlich ist. Ebenso ist zu erkennen, dass ein weiterer Ausbau der Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Tschechien in wesentlichen Punkten zum Erfolg beitragen kann.
Sachsenforst Pressestelle